Die Höllentorkopf Wanderung ist eine der schönsten und anspruchsvollsten Tagestouren rund um Garmisch-Partenkirchen, denn sie führt dich auf 19 Kilometern durch das wildromantische Höllental hinauf auf rund 2.100 Meter, wobei du oben mit einem Panoramablick belohnt wirst, der sich so schnell nicht vergessen lässt.

Da die Wanderung durch die Höllentalklamm bis zur Höllentalangerhütte allerdings so viel zu bieten hat, dass sie eigentlich schon für sich einen vollwertigen Tagesausflug in den Alpen darstellt, hat dieser erste Abschnitt einen eigenen Guide bekommen. Wenn du also noch nicht weißt, was dich auf den ersten zehn Kilometern erwartet, empfehle ich dir, zuerst dort reinzuschauen.

Dieser Guide hier beschreibt den zweiten Teil der Tageswanderung, angefangen an der Höllentalangerhütte, weiter hinauf zum Höllentorkopf und dann hinab zur Alpspitzbahn.
Der erste Teil der Wanderung: Durch die Höllentalklamm zur Höllentalangerhütte
Bevor es hier um den Aufstieg zum Höllentorkopf geht, kurz zum ersten Teil der Tour, denn ohne diesen Kontext fehlt das Gesamtbild. Die Wanderung startet in Grainau auf etwa 760 Metern und führt zunächst durch das Hammersbach-Tal bis zum Eingang der Klamm, wobei dieser Zustieg schon für sich eine angenehme Einführung in die Bergwelt ist.
Ab dem Klammeingang beginnt dann das eigentliche Erlebnis: enge Felsdurchgänge, Stege direkt über dem reißenden Wasser, Höhlendurchgänge und irgendwann, am Ende der Schlucht, der erste Blick auf die Zugspitze.
Die Höllentalangerhütte auf rund 1.400 Metern ist der Endpunkt dieses ersten Abschnitts und ein wirklich schöner Ort für eine ausgedehnte Brotzeit, denn die Terrasse liegt direkt mit Blick auf die Zugspitze.
Alles zur Anreise, zum Parken, zu den Eintrittspreisen der Klamm und zur ausführlichen Streckenbeschreibung findest du im Höllentalklamm Guide. Für die große Wanderroute solltest du diesen Teil unbedingt vorher lesen, damit du einen Gesamteindruck zur Wanderung hast.
Meine Komoot Route: Die komplette Höllentorkopf Wanderung
Die Gesamtroute startet in Grainau auf 760 Metern und führt durch die Höllentalklamm und das Höllental bis zur Höllentalangerhütte auf rund 1.400 Metern.
Von dort geht es weiter hinauf zum Scheitelpunkt zwischen Höllentorkopf und Alpspitze auf rund 2.100 Metern und anschließend hinab zur Bergstation der Alpspitzbahn, von wo der Rückweg nach Grainau führt.
Falls du auch komoot als Wander-App nutzt, kannst du Höllentorkopf Wanderung dort in meinem komoot Profil ansehen und die Tour merken oder als GPX Datei speichern.
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Weitere Informationen 'Tourenwerte: 19 km Länge, 1.390 Höhenmeter aufwärts, 1.410 Höhenmeter abwärts, 9 Stunden Gesamtdauer. Mit Pausen solltest du für die komplette Wanderung einen vollen Tag einplanen, weshalb ein früher Start wirklich wichtig ist.
Von der Höllentalangerhütte ins Höllental hinein
Wenn du an der Höllentalangerhütte ankommst und dich kurz sammelst, merkst du schnell, dass sich der Charakter der Wanderung ab hier verändert. Hier startet auch der eigentliche Teil dieser Tageswanderung.
Der Weg führt dich gemäßigt den Berg hinauf, was gleichzeitig der entspannteste Teil der Tour ist. Irgendwann zweigt der Weg dann nach rechts ab, und von diesem Punkt an verändert sich die Situation spürbar.
Denn von hier aus siehst du den Höllentorkopf erstmals deutlich vor dir. Das ist einerseits motivierend, weil du das Ziel vor Augen hast, lässt aber gleichzeitig auch gut erahnen, was konditionell noch auf dich zukommt.
Der Aufstieg zum Höllentorkopf über die Rinderscharte
Ab der Abzweigung wird der Weg auch deutlich steiler, wobei er sich in langen Zickzack-Passagen nach oben zieht, die konditionell vor allem im letzten Abschnitt ordentlich fordern. Du siehst den Höllentorkopf dabei immer näherkommen, was wirklich hilft, denn ein klar sichtbares Ziel macht einen erstaunlichen Unterschied, wenn die Beine langsam müder werden.
Bis zum Scheitelpunkt sind es von hier rund 600 Höhenmeter auf etwa zweieinhalb Kilometern. Das ist also eine Steigung, die auch auf einer deutlich frischeren Etappe ambitioniert wäre, denn mit der Klamm und dem Höllental davor sind die Beine eben alles andere als ausgeruht.
Ich empfehle dir eine Wanderjacke mitzunehmen, da die Sonne vormittags hinter dem Gipfel ist und es im Schatten relativ kühl sein kann.
Was du auch nicht zu unterschätzen solltest, ist die Tatsache, dass der Höllentorkopf bei Kilometer neun bis zehn der Gesamttour liegt, also exakt in der Hälfte. Das klingt zunächst gut verteilt, bedeutet in der Praxis aber, dass du den steilsten Abschnitt der gesamten Wanderung angehst, nachdem du schon zehn Kilometer in den Beinen hast.
Und kurz unterhalb des Scheitelpunkts wartet dann noch einmal eine sehr lange, steile Stufenpassage, die ich als den mit Abstand anstrengendsten Teil der gesamten Tour empfunden habe.
Mein Tipp: Lege vor diesen Stufen eine kurze Pause ein. Denn wenn du den Treppenaufstieg erschöpft startest, wirst du schnell merken, dass er deutlich mehr Energie kostet als erwartet. Die Stufen sind in einigen Teilen runde Holzbalken, teils sehr steil und fordern auch konditionell gut aufgestellten Wanderern sicherlich einiges ab.
Oben angekommen: Der Scheitelpunkt zwischen Höllentorkopf und Alpspitze
Wenn du dann abschließend oben ankommst, in der Passage zwischen Höllentorkopf und Alpspitze auf rund 2.100 Metern, öffnet sich das Tal mit dem Osterfelderkopf auf der anderen Seite, und dieser Moment ist wirklich eindrucksvoll.
Ich habe zuerst das Erfolgsgefühl gespürt, da ich den anstrengendsten Teil hinter mir hatte. Und plötzlich hast du einen völlig anderen Ausblick als auf dem gesamten Weg dahin, denn das Gelände fällt nach Norden hin ab und unten siehst du schon die Bergstation der Alpspitzbahn auf dem Osterfelderkopf.
Von hier aus wäre es theoretisch auch möglich, einen kurzen Abstecher auf den eigentlichen Höllentorkopf-Gipfel über die Rinderscharte zu machen, der in unmittelbarer Nähe liegt. Ich habe das ausgelassen, weil ich nach den vielen Stufen schlicht fertig war und man meiner Meinung nach auch Klettererfahrung haben sollte, um zum Höllentorkopf hinaufzusteigen.
Stattdessen habe ich mich einfach hingesetzt, meine Brotzeit ausgepackt und das Panorama eine Weile genossen, denn für diesen Ausblick habe ich mich schließlich die letzten Stunden den Berg hinaufgearbeitet und das soll belohnt werden.
Wenn der Gipfel des Höllentorkopfs dein eigentliches Ziel ist, kannst du dir auch überlegen, die Tour andersrum zu gestalten und vielleicht sogar mit der Alpspitzbahn auf den Osterfelderkopf hinaufzufahren.
Abstieg zur Alpspitzbahn und die AlpspiX-Aussichtsplattform
Der Abstieg von rund 2.100 Metern hinunter zur Bergstation der Alpspitzbahn beginnt zunächst über ein sehr offenes Gelände, wobei du noch einen schönen Rundumblick hast, bevor der Weg in den Wald übergeht.
An der Bergstation lohnt sich vor der Entscheidung Bahn oder Fuß ein kurzer Abstecher zur kostenlosen AlpspiX-Aussichtsplattform. Denn sie liegt nur etwa drei Gehminuten vom Bahnhofsgebäude entfernt, ein kleines Stück auf der linken Seite bergauf, und bietet einen wirklich schönen Blick nach Norden in Richtung Schwarzen Kopf und Garmisch-Partenkirchen. Der Abstecher kostet kaum Zeit und lohnt sich definitiv.
Ich habe mir an der Bergstation der Alpspitzbahn dann auch noch eine weitere Pause gegönnt, etwas gegessen und die Aussicht auf die umliegenden Gipfel genossen. An der Bergstation gab es deutlich mehr Menschen als auf dem gesamten Weg ab der Höllentalangerhütte, und ich vermute, dass viele davon mit der Bahn hochgefahren sind, um einfach den schönen Ausblick hier oben zu genießen. Der Kontrast zu den einsamen Abschnitten des Höllentals war jedenfalls ziemlich stark.
Mit der Bahn zurück oder zu Fuß? Die Entscheidung an der Alpspitzbahn
An der Bergstation gibt es grundsätzlich zwei Bahnen: die Alpspitzbahn, die direkt ins Tal hinunterfährt, und die Hochalmbahn, die nach Osten führt und für diese Tour wenig sinnvoll ist, da du dann einen zusätzlichen Umweg einplanen müsstest.
Mit der Alpspitzbahn ins Tal zu fahren spart den langen Abstieg, und von der Talstation aus sind es dann noch etwa eine halbe Stunde zu Fuß zurück zum Parkplatz in Grainau.
Meine Empfehlung: Wenn du oben ankommst und merkst, dass die Energie wirklich weg ist, nimm die Alpspitzbahn. Diese Flexibilität ist eine der schönen Eigenschaften dieser Tour, denn du bist nie in einer Situation, in der du zwingend weiter musst.
Der Rückweg nach Grainau: Neun Kilometer bergab
Der Abstieg von der Bergstation zurück nach Grainau beträgt rund neun Kilometer mit rund 1.400 Höhenmetern abwärts. Er führt eine Zeit lang über das offene Gelände der Skipisten und Gebirgspässe mit einem schönen Rundumblick, bevor der Wanderweg in den Wald übergeht.
Auch diesen Abschnitt fand ich sehr schön, da ich hier den Blick auf das Wettersteingebirge hatte und das Tal nun relativ oft offen vor mir lag.
Mein Tipp für den Abstieg: Auch wenn ich selbst Wanderstöcke nicht mag, lohnt es sich meiner Meinung nach, welche mitzunehmen, denn sie helfen auf diesem Abstieg erheblich, die Knie zu entlasten und das Tempo gleichmäßig zu halten.
Und auch der Wald auf diesem Abschnitt hat seinen eigenen Charme, denn es ist ruhig, du hast immer wieder kurze Blicke ins Tal hinunter, und irgendwann tauchen die ersten Dächer von Grainau unter dir auf.
Routendaten auf einen Blick
Höllentalklamm Wanderung von Grainau bis zur Höllentalangerhütte
































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