Portugal Sehenswürdigkeiten
Die schönsten Orte in Portugal und unsere Geheimtipps
Portugal bietet weit mehr als die bekannten Städte Lissabon und Porto. Von versteckten Stränden an der Algarve über UNESCO-Weltkulturerbe-Klöster bis zu ruhigen Wanderwegen in Sintra vereint das Land Küste, Kultur und Natur auf engem Raum. Wir haben Portugal mehrfach bereist und dabei immer wieder festgestellt, dass gerade abseits der Hauptrouten die interessantesten Orte liegen. Die folgenden Sehenswürdigkeiten in Portugal sind deshalb von Süd nach Nord gegliedert und orientieren sich an einer typischen Reiseroute durch das Land. Zu vielen dieser Orte werden wir noch ausführliche Artikel veröffentlichen, die dann hier verlinkt werden.
Portugal Algarve: Küste, Strände und Wanderwege
Die Algarve ist Portugals südlichste Region und vereint zwei völlig unterschiedliche Küsten. Während die Südküste mit ihren geschützten Buchten und goldenen Sandstränden vor allem Pauschaltouristen und Badeurlauber anzieht, bietet die Westküste raue Klippen und konstante Atlantikwellen. Ganz im Westen ist es touristisch also deutlich ruhiger. Die Region eignet sich daher sowohl für einen ausgedehnten Strandurlaub als auch für entspannte Küstenwanderungen. Im Landesinneren liegen zudem historische Städte wie Silves mit maurischem Erbe.
Einzigartige Küstenwanderungen in der Algarve
Carvoeiro ist ein kleiner Küstenort an der Südküste, der vor allem als Ausgangspunkt für Wanderungen interessant ist. Der Ort selbst ist zwar touristisch geprägt, die Umgebung bietet jedoch entspannte Wanderrouten wie den 7 Valleys Hike.
Diese Wanderung führt etwa 12 Kilometer durch verschiedene Täler zwischen Küste und Hinterland. Dabei wechseln sich Olivenhaine, kleine Dörfer und Küstenpfade ab. Im Sommer kann es allerdings sehr heiß werden, weshalb eine frühe Startzeit empfehlenswert ist. Ideal sind daher auch Küstenwanderungen in der Nebensaison.
Die Wanderung vom kleinen Ort Luz zum historischen Ort Lagos führt etwa 8 Kilometer entlang der Klippen. Dabei bieten sich immer wieder Ausblicke auf bizarre Felsformationen und versteckte Buchten. Der Weg ist gut markiert und technisch nicht anspruchsvoll, weshalb er sich auch für weniger erfahrene Wanderer eignet. Gerade am frühen Morgen oder späten Nachmittag lässt sich diese Route in aller Ruhe genießen. Wer möchte, kann die Tour in Lagos beenden und von dort mit dem Bus zurückfahren.
Einsame Strände an der Westküste der Algarve
Die Westküste der Algarve unterscheidet sich grundlegend von der touristischen Südküste. Praia da Bordeira ist ein breiter Sandstrand mit ausgedehnten Dünen, der selbst im Hochsommer erstaunlich leer bleibt. Gerade deshalb eignet er sich perfekt für ruhige Strandtage, an denen man die Zeit ganz bewusst verlangsamen kann.
Praia do Amado gilt hingegen als einer der besten Surf-Spots der Region und bietet mehrere Surfschulen für Anfänger und Fortgeschrittene. Wer das Surfen entspannt lernen möchte, findet hier also ideale Bedingungen. Praia da Cordoama liegt etwas versteckter und wird hauptsächlich von Einheimischen besucht. Ponta Ruiva Beach fällt durch seine markanten roten Felsformationen auf und wird von den meisten Touristen übersehen, was ihn zu einem echten Geheimtipp macht.
Sagres
Sagres liegt im Südwesten der Algarve, nahe der südwestlichsten Spitze Europas und wirkt auf den ersten Blick unscheinbar. Gerade diese Abgeschiedenheit macht den Ort jedoch besonders für Reisende, die Ruhe suchen. An der historischen Festung gibt es einen Aussichtspunkt, von dem aus man weit über den Atlantik blicken kann.
Besonders zum Sonnenuntergang entsteht hier eine ganz eigene Atmosphäre, die sich ideal für längere Aufenthalte eignet. Unterhalb der Festung liegt der Tonel Beach, ein bei Surfern beliebter Strand mit konstanten Wellen und starker Strömung. Wer also dem Trubel der Südküste entfliehen möchte, findet in Sagres also einen entspannten Rückzugsort.
Leuchtturm Farol do Cabo de São Vicente
Der Leuchtturm am Cabo de São Vicente markiert den südwestlichsten Punkt Kontinentaleuropas. Die Klippen fallen hier über 70 Meter steil ins Meer ab, was den Ort zu einem der exponiertesten Punkte der portugiesischen Küste macht. Entsprechend windig ist es hier auch fast immer. Entlang des Leuchtturms befindet sich eine Aussichtsplattform und die Aussicht über die zerklüftete Küste ist beeindruckend. Wenn du Ruhe suchst, solltest du einfach ein wenig abseits des Leuchtturms entlang der ausgedehnten Felsenküste einen ruhigen Platz suchen, denn zum Sonnenuntergang wird es auf der Aussichtsplattform voll. Besonders in der Nebensaison lässt sich hier die raue Schönheit der Atlantikküste in aller Ruhe erleben.
Silves
Silves liegt ein wenig im Landesinneren der Algarve und unterscheidet sich deutlich von den Küstenorten. Die Stadt war während der maurischen Herrschaft eine wichtige Festung und hat ihr historisches Zentrum weitgehend bewahrt. Die Altstadt besteht aus engen Gassen und traditionellen Häusern, durch die man in aller Ruhe schlendern kann.
Oberhalb der Stadt thront eine Burg aus rotem Sandstein, von der aus man einen weiten Blick über das Umland hat. Gerade weil Silves abseits der Haupttouristenströme liegt, herrscht hier eine deutlich entspanntere Atmosphäre, die zum Verweilen einlädt.
Olhão
Olhão ist eine Fischerstadt östlich von Faro und hat sich ihren authentischen Charakter bewahrt. Die Markthallen am Hafen verkaufen frischen Fisch und lokale Produkte, vor allem unter der Woche herrscht hier reges Treiben.
Die Stadt ist touristisch kaum erschlossen, weshalb man hier einen guten Einblick ins lokale Leben bekommt. Gerade wer das authentische Portugal erleben möchte, sollte sich hier ein wenig Zeit nehmen.
Von Olhão aus kann man außerdem mit der Fähre zu den vorgelagerten Inseln Armona und Culatra fahren, die noch einmal deutlich ruhiger sind.
Lissabon & Umgebung: Hauptstadt Portugals und dramatische Küste
Die Region um Lissabon vereint die lebendige Hauptstadt mit historischen Palästen in den Bergen von Sintra und einer der spektakulärsten Küstenlandschaften Europas.
Während Lissabon selbst stark von Tourismus geprägt ist, findet man in der direkten Umgebung erstaunlich ruhige Orte. Besonders die Wanderwege in Sintra werden von den meisten Besuchern ignoriert, obwohl sie landschaftlich mindestens genauso lohnenswert sind wie die bekannten Paläste.
Auch die Küste westlich von Lissabon bietet versteckte Strände, die nur über steile Abstiege erreichbar sind und sich daher perfekt für einen entschleunigten Strandtag eignen.
Sintra
Sintra liegt etwa 30 Kilometer westlich von Lissabon in den Bergen der Serra de Sintra und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Stadt ist bekannt für ihre historischen Paläste und Parks, die meisten davon sind allerdings stark überlaufen.
Gerade deshalb lohnt es sich, die weniger bekannten Ecken zu entdecken und sich Zeit zu nehmen. Die Altstadt besteht aus engen Gassen mit traditionellen Geschäften und Cafés am Hang. Hier ist es deutlich ruhiger als an den Hauptsehenswürdigkeiten, was gerade für entspannte Nachmittage ideal ist.
Der Palácio Nacional de Pena ist einer der farbenprächtigsten Paläste Portugals und entsprechend touristisch. Wer die Massen vermeiden möchte, sollte sich auf den hinteren Bereich des Parks konzentrieren. Dort gibt es Wanderwege, die kaum jemand nutzt, obwohl sie durch dichten Wald und zu Aussichtspunkten führen. Diese Wege eignen sich perfekt, um dem Trubel zu entkommen.
Das Convento dos Capuchos liegt versteckt in den Bergen und ist ein kleines Kapuzinerkloster aus dem 16. Jahrhundert. Hier herrscht eine außergewöhnliche Ruhe, denn der Ort ist ein Lost Place, der von Touristen gerne übersehen wird, obwohl das Kloster zum UNESCO-Weltkulturerbe gezählt wird. Gerade im Kontrast zum überfüllten Pena-Palast wird hier deutlich, wie unterschiedlich Sintra sein kann. Wir haben das Contento dos Capuchos für einen Tagesausflug besucht und haben für diesen Sintra Geheimtipp einen ausführlichen Guide verfasst.
Das Chalet of the Countess of Edla wurde für die zweite Frau von König Ferdinand II. erbaut und liegt ebenfalls im Park von Pena. Da es weniger bekannt ist, verirren sich nur wenige Besucher hierher, was es zu einem entspannten Zwischenstopp macht.
Die Quinta da Regaleira ist vor allem wegen der Instagram-berühmten Wendeltreppe Poço Iniciático bekannt. Entsprechend lang sind die Wartezeiten an der Treppe, oft über eine Stunde. Der hintere Parkbereich ist jedoch deutlich ruhiger und landschaftlich genauso interessant. Wer sich dort aufhält, kann den Park in aller Ruhe erkunden.
Der Park and Palace of Monserrate ist ein botanischer Garten mit exotischen Pflanzen aus aller Welt und einem neugotischen Palast. Hier ist es touristisch deutlich entspannter als bei Pena oder Quinta da Regaleira, was längere Aufenthalte angenehmer macht.
Die Anta de Adrenunes ist ein etwa 5.000 Jahre altes Megalithgrab in der Umgebung von Sintra. Der Ort ist archäologisch interessant und wird kaum besucht, weshalb man hier ungestört verweilen kann.
Besonders lohnenswert sind die Wanderwege zwischen den Sehenswürdigkeiten. Ein Beispiel ist der Weg von der Villa Sassetti zum Castelo dos Mouros, der durch Wald führt und schöne Ausblicke bietet. Diese Wege werden von den meisten Touristen komplett ignoriert, obwohl sie oft lohnenswerter sind als die überfüllten Hauptattraktionen selbst. Gerade für Slow Traveler sind diese Wanderrouten ideal.
Aussichtspunkt Cabo da Roca im Westen
Cabo da Roca ist der westlichste Punkt Kontinentaleuropas und liegt etwa 20 Kilometer von Sintra entfernt. Die Klippen fallen hier steil ins Meer ab und bieten einen weiten Blick über den Atlantik. Der Ort ist zwar touristisch, aber allein aufgrund seiner geografischen Lage einen Besuch wert. Auch der spektakuläre Blick über die steile Küstenlandschaft ist einmalig, sodass sich ein Ausflug an diesen Ort lohnt. Besonders am späten Nachmittag kurz vor Sonnenuntergang herrscht hier eine besondere Atmosphäre, die sich am besten in Ruhe genießen lässt.
Einen ausführlichen Guide für einen Tagesausflug zum Cabo da Roca findest du in unserem Reiseführer.
Der versteckte Ursa Beach
Der Ursa Beach liegt nördlich von Cabo da Roca und ist einer der verstecktesten Strände der Region, da er nur mit dem Auto und anschließender Wanderung zu erreichen ist. Der Abstieg erfordert gute Wanderschuhe, denn der Pfad ist teilweise sehr rutschig, ungesichert und steil. Wer zum Sonnenuntergang hinabsteigt, sollte unbedingt eine Taschenlampe mitnehmen, da der Rückweg sonst gefährlich werden kann.
Trotz des schwierigen Zugangs ist der Strand nicht völlig leer, aber deutlich ruhiger als die leicht erreichbaren Strände der Umgebung. Gerade wer sich die Zeit für den Abstieg nimmt, wird mit einem besonderen Ort belohnt.
Wir haben die Wanderung zum Ursa Beach sehr genossen und mit einem Tagesausflug zum Cabo da Roca kombiniert.
Die Silberküste im Westen Portugals: Peniche, Nazaré und historische Städte
Die Region zwischen Lissabon und Porto wird oft übersehen, obwohl sie einige der authentischsten und entspanntesten Orte Portugals bietet. Die Silberküste ist deutlich ruhiger als die Algarve oder Lissabon und eignet sich besonders für alle, die abseits der Hauptrouten reisen möchten. Neben Küstenstädten wie Peniche und dem für Riesenwellen bekannten Nazaré gibt es hier auch mittelalterliche Orte wie Óbidos und die malerische Kanalstadt Aveiro. Gerade wer sich Zeit nimmt, entdeckt hier das authentische Portugal.
Peniche
Peniche liegt auf einer Halbinsel und ist eine kleine Hafenstadt mit historischem Zentrum. Die Stadt selbst ist weniger spektakulär, aber die Umgebung bietet mehrere interessante Orte, die sich in Ruhe erkunden lassen. Praia dos Frades ist ein Strand südlich der Stadt mit ruhigem Wasser, geschützt durch vorgelagerte Felsen. Gerade für entspannte Strandtage eignet sich dieser Ort gut. Die Ilhéu da Papôa ist eine kleine Felseninsel vor der Küste, die ein außergewöhnliches Fotomotiv darstellt.
Das Forte da Luz ist eine Küstenfestung aus dem 17. Jahrhundert, die zum Schutz vor Piratenangriffen erbaut wurde. Der Cape Carvoeiro Viewpoint bietet einen Aussichtspunkt an den Klippen mit Blick auf die raue Küste. Direkt dabei liegt die Varanda de Pilatos, eine natürliche Felsbrücke. Wer sich hier also Zeit nimmt, kann die Atmosphäre der wilden Küste in Ruhe auf sich wirken lassen.
Peniche hat noch viel mehr zu bieten. Denn die Gruta da Furninha ist eine versteckte Höhle mit prähistorischen Funden aus der Altsteinzeit mit einem spektakulären Blick auf den Atlantik. Das Forte de Peniche war lange ein politisches Gefängnis unter der Salazar-Diktatur und dient heute als Museum.
Nordöstlich von Peniche befindet sich die Ilha do Baleal, die über eine Sandbank mit dem Festland verbunden und perfekt zum Wandern geeignet ist. Hier finden sich außerdem einige Surfcamps, in denen man das Surfen in entspannter Atmosphäre lernen kann.
Nazaré
Nazaré ist ein traditionelles Fischerdorf an der Silberküste, das vor allem für die größten Wellen der Welt bekannt ist. Von Oktober bis März können hier Wellen von über 20 Metern Höhe entstehen, was das Dorf zum Mekka für Big-Wave-Surfer macht. Insofern ist Nazaré eigentlich kein Geheimtipp, aber aufgrund der spektakulären Wellen definitiv einen Abstecher wert.
Auch außerhalb dieser Saison sind die Wellen am Nordstrand aufgrund der besonderen Küstenformation beeindruckend. Gerade diese Kombination aus authentischem Fischerort und spektakulärem Naturphänomen macht Nazaré besonders interessant. Wer sich Zeit nimmt, kann neben den Wellen auch das traditionelle Leben im Hafen weiter unten im Ort beobachten.
Aveiro
Aveiro wird oft als „portugiesisches Venedig“ bezeichnet, weil die Stadt von Kanälen durchzogen ist. Tatsächlich ist die Stadt eine gelungene Mischung aus historischer Altstadt mit Jugendstil-Fassaden und modernen Vierteln.
Touristisch ist Aveiro deutlich weniger überlaufen als Lissabon oder Porto, weshalb man hier noch einen entspannten Eindruck vom portugiesischen Stadtleben bekommt. Gerade für längere Aufenthalte eignet sich die Stadt gut.
Nördlich der Stadt liegt die Reserva Natural das Dunas de São Jacinto, ein Naturschutzgebiet mit ausgedehntem Dünensystem und langer, ruhiger Strandküste. Gerade für ausgedehnte Spaziergänge abseits der Massen ist das Gebiet ideal und lädt zum Verweilen ein.
Óbidos
Óbidos ist ein historisches Städtchen mit einer komplett erhaltenen Stadtmauer aus dem 12. Jahrhundert, die an den mittelalterlichen Ort Carcassonne in Frankreich erinnert.
Die mittelalterliche Altstadt ist sehr malerisch, allerdings auch entsprechend touristisch. Dennoch gibt es hier viele versteckte Seitengassen, durch die man gemütlich schlendern kann. Das Castelo de Óbidos thront über der Stadt und wird heute teilweise als historisches Hotel (Pousada) genutzt.
Die Stadtmauer-Rundwanderung ist etwa 1,5 Kilometer lang und bietet gute Aussichten über die Umgebung. Allerdings sollte man keine Höhenangst haben, denn teilweise geht es seitlich ungesichert steil hinunter. Wer sich die Mauer zutraut und genug Zeit einplant, wird jedoch mit einem besonderen Blick über die Stadt belohnt.
Zentralportugal: UNESCO-Klöster und Universitätsstadt
Die Region Zentralportugal vereint einige der beeindruckendsten Klöster des Landes mit der lebendigen Universitätsstadt Coimbra. Während die Klöster durch ihre Größe und architektonische Detailarbeit beeindrucken, bietet Coimbra einen interessanten Kontrast durch seine studentische Atmosphäre.
Gerade weil diese Region touristisch weniger erschlossen ist als Lissabon oder die Algarve, kann man hier noch authentische Eindrücke gewinnen und sich ausreichend Zeit für die einzelnen Orte nehmen.
Coimbra
Coimbra ist eine historische Universitätsstadt am Mondego-Fluss und wird oft unterschätzt. Dabei ist die Stadt mindestens genauso sehenswert wie Lissabon oder Porto, jedoch deutlich weniger touristisch. Durch die vielen Studenten herrscht hier ein junger Flair, der besonders in den Abendstunden spürbar wird. Gerade wer das authentische portugiesische Stadtleben erleben möchte, sollte sich hier mehrere Tage Zeit nehmen.
Die Universität Coimbra gehört außerdem zu den ältesten Universitäten Europas und wurde 1290 gegründet. Sie ist UNESCO-Weltkulturerbe und architektonisch beeindruckend.
Besonders die Biblioteca Joanina, eine barocke Bibliothek aus dem 18. Jahrhundert mit vergoldeten Holzregalen, zählt zu den schönsten Bibliotheken weltweit. Wer sich für Geschichte und Architektur interessiert, kann hier gut mehrere Stunden verbringen.
Tomar
Tomar ist eine kleine Stadt am Fluss Nabão mit historischem Zentrum. Touristisch ist die Stadt kaum erschlossen, weshalb sie als echter Geheimtipp gilt. Gerade deshalb herrscht hier eine entspannte Atmosphäre.
Das Convento de Cristo ist UNESCO-Weltkulturerbe und war einst der Sitz des Templerordens in Portugal. Das Kloster ist sehr groß und architektonisch äußerst detailreich, sodass man hier problemlos mehrere Stunden in Ruhe verbringen kann.
Batalha
Das Mosteiro da Batalha ist ein gotisches Kloster, das ab 1386 zum Dank für einen Sieg über Kastilien erbaut wurde. Es gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und zählt zu den größten und eindrucksvollsten Klöstern Portugals.
Besonders die Ausmaße und die feine Steinmetzarbeit sind bemerkenswert. Wer sich für mittelalterliche Architektur interessiert, sollte sich hier ausreichend Zeit nehmen.
Alcobaça
Das Mosteiro de Alcobaça ist ein Zisterzienserkloster aus dem 12. Jahrhundert und ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe. Das Kloster beeindruckt vor allem durch seine Größe und die schlichte, aber eindrucksvolle Architektur der Zisterzienser.
Anders als in Batalha mit seiner detailreichen Gotik herrscht hier eine ruhige, fast meditative Atmosphäre.
Wer sich Zeit nimmt, kann die weitläufigen Kreuzgänge und den Schlafsaal der Mönche in Ruhe auf sich wirken lassen. Gerade weil das Kloster touristisch weniger überlaufen ist als Batalha, eignet es sich gut für längere Aufenthalte. Insofern können wir dieses Kloster auch als Portugal Geheimtipp bezeichnen.
Madeira: Die Blumeninsel im Atlantik
Madeira ist eine portugiesische Inselgruppe etwa 1.000 Kilometer südwestlich von Lissabon. Die Hauptinsel ist vor allem für ihre einzigartigen Levada-Wanderungen bekannt. Diese Wanderwege führen entlang historischer Bewässerungskanäle durch subtropische Vegetation und laden zum entspannten Entdecken ein.
Das Klima ist ganzjährig mild, weshalb sich die Insel besonders für Wanderer und Naturliebhaber eignet, die dem europäischen Winter entfliehen möchten.
Madeira verdient definitiv eine eigene Reise und lässt sich kaum mit einem Festland-Trip kombinieren. Gerade wer langsam reisen möchte, findet hier ideale Bedingungen.
Azoren: einzigartige Vulkaninseln im Atlantik
Die Azoren sind eine Inselgruppe etwa 1.500 Kilometer westlich von Lissabon, mitten im Atlantik. Die neun Inseln vulkanischen Ursprungs bieten spektakuläre Landschaften mit Kraterseen, heißen Quellen, grünen Weiden und schwarzen Lavaküsten.
Die Azoren eignen sich besonders für Walbeobachtungen, Wanderungen und alle, die unberührte Natur in Ruhe erleben möchten. Touristisch sind die Inseln noch relativ wenig erschlossen, was gerade ihren Reiz ausmacht und längere Aufenthalte ermöglicht.
Praktische Reisetipps für Portugal
Portugal Anreise
Die wichtigsten Flughäfen Portugals sind Lissabon für die Hauptstadt und Zentralportugal, Porto für den Norden und Faro für die Algarve. Von Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es zahlreiche Direktverbindungen zu allen drei Flughäfen.
Auch auf die portugiesischen Inseln gibt es streckenweise Direktflüge oder mit einem Zwischenstopp in Lissabon.
Alternativ ist auch die Anreise mit dem Auto über Frankreich und Spanien möglich, allerdings bedeutet das von München aus etwa 2.500 Kilometer Fahrt. Wer langsam reisen möchte, kann diese Strecke jedoch auch mit Zwischenstopps in Frankreich und Spanien gestalten.
Transportmöglichkeiten in Portugal
Für die Algarve und Zentralportugal ist ein Mietwagen sehr empfehlenswert, um flexibel zu den Stränden und kleineren Orten zu kommen. Wir nutzen regelmäßig SIXT und haben damit gute Erfahrungen gemacht.
Die meisten Autobahnen in Portugal sind mautpflichtig, wobei die Algarve seit 2023 die Maut wieder erlassen hat. Bezahlt wird entweder an Mautstationen oder elektronisch per Gerät im Auto.
In Lissabon und Porto sind die öffentlichen Verkehrsmittel hingegen gut ausgebaut. Beide Städte haben Metro, Busse und Straßenbahnen. In ländlichen Regionen sind öffentliche Verkehrsmittel allerdings leider deutlich eingeschränkt, weshalb ein Auto mehr Freiheit bietet.
Portugal beste Reisezeit
Für die Algarve eignen sich besonders März bis Mai und September bis November, wenn es warm ist, aber nicht zu heiß wird. Diese Monate sind ideal zum Wandern und für entspannte Erkundungen. Für Strandurlaub kann man ab Frühling anreisen. Interessanterweise findet man selbst im Hochsommer an der Westküste noch leere Strände.
Für Lissabon und Zentralportugal sind April bis Juni und September bis Oktober am angenehmsten. Dann sind die Temperaturen mild und die Touristenströme halten sich in Grenzen. Wer die spektakulären Riesenwellen in Nazaré sehen möchte, sollte zwischen Oktober und März kommen.
Madeira hat ganzjährig mildes Klima und eignet sich daher besonders gut für Winterreisen, wenn man dem mitteleuropäischen Wetter entfliehen möchte. Die Levada-Wanderungen lassen sich praktisch das ganze Jahr über unternehmen.
Die Azoren haben ebenfalls ein mildes Klima, allerdings mit mehr Niederschlag als Madeira. Die beste Zeit für Wanderungen ist Mai bis September. Wer zum Whalewatching kommen möchte, sollte April bis Oktober einplanen, wenn die Wale an den Inseln vorbeiziehen.
Essen & Trinken in Portugal
Pastéis de Nata sind Puddingtörtchen mit Blätterteig und eine Spezialität aus Lissabon, genauer gesagt aus dem Stadtteil Belém. Das Originalrezept stammt aus dem Mosteiro dos Jerónimos und wird heute in der berühmten Pastelaria de Belém nach geheimer Rezeptur gebacken.
Lustigerweise gibt es eine gewisse Rivalität zwischen den Pastéis de Belém aus dieser Bäckerei und den Pastéis de Nata, die überall sonst in Portugal verkauft werden. Die Unterschiede sind minimal, aber für Einheimische durchaus Diskussionsstoff. Wer Zeit hat, sollte beide probieren und sich selbst eine Meinung bilden.
Bacalhau, also Stockfisch, gilt als Nationalgericht Portugals und wird in unzähligen Varianten zubereitet. An der Küste bekommt man grundsätzlich sehr frischen Fisch und Meeresfrüchte, besonders gut in kleinen Fischerdörfern wie Peniche.
Ein echter Geheimtipp aus Olhão ist der Folar de Olhão, ein traditioneller süßer Kuchen mit Zimt und Anis, der ursprünglich zu Ostern gebacken wird. Diese lokale Spezialität findet man vor allem in den Bäckereien von Olhão und unterscheidet sich von anderen Folar-Varianten in Portugal durch seine besondere Würzung. Ebenfalls typisch für die Algarve ist der Dom Rodrigo, ein Kuchen aus Eierfäden, Mandeln und Zimt, der in kleine Förmchen gewickelt wird.
Portwein ist der Nationalstolz Portugals und ein süßer Dessertwein aus der Region Porto, der traditionell zum Dessert getrunken wird. Besonders empfehlenswert ist der Portwein der Marke „Quinta do Vallado“, den wir selbst immer wieder gerne aus Portugal mitnehmen.
Ebenfalls bekannt ist der Madeirawein von der gleichnamigen Insel, ein aufgespriteter Wein, der sich durch seinen besonderen geschützten Herstellungsprozess auszeichnet und ebenfalls als Dessertwein genossen wird.
Häufige Fragen zu Portugal
Ist eine Portugal Reise günstig?
Portugal ist im Vergleich zu Deutschland, Österreich oder der Schweiz günstiger, aber teurer als Osteuropa. Ein Mittagessen in einem einfachen Restaurant kostet etwa 8 bis 12 Euro, Unterkünfte der Mittelklasse gibt es ab etwa 40 Euro pro Nacht. Im Hochsommer sind aber vor allem die Preise an der Algarve sehr hoch. Mietwagen sind vergleichsweise günstig, besonders wenn man früh bucht. Wer länger bleibt und langsam reist, kann dadurch auch die Kosten besser verteilen.
Wie viele Tage braucht man für Portugal?
Wir empfehlen dir für eine entspannte Portugal Reise mindestens 2 bis 3 Wochen oder sogar länger einzuplanen. Vor allem mit dem Mietwagen kannst du dann entspannt durch die Gegend reisen, und genug Zeit für die einzelnen Orte mitnehmen. Unsere letzte Reise durch Portugal ging 3 Wochen und wir haben die Küste von Sintra bis Aveiro bereist.
Für einen Städtetrip nach Lissabon oder Porto würden wir dir 5 Tage empfehlen. Natürlich kannst du die Städte auch in 2-3 Tagen besichtigen, aber gerade dann verpasst du die entspannten Ecken der historischen Städte.
Auch für die portugiesischen Inseln empfehlen wir zwei Wochen, damit du ausreichend Zeit hast, die schönen Wanderwege zu entdecken.
Braucht man einen Mietwagen in Portugal?
Für die Algarve, Zentralportugal und die portugiesischen Inseln ist ein Mietwagen sehr empfehlenswert, da du dadurch flexibler bist. Lissabon und Porto haben hingegen gute öffentliche Verkehrsmittel und lassen sich auch sehr ohne Auto gut erkunden.
Was sind die schönsten Strände in Portugal?
An der Westküste der Algarve sind Praia da Bordeira, Praia do Amado und Praia da Cordoama besonders schön und deutlich ruhiger. Westlich von Lissabon lohnen sich Ursa Beach und Praia da Adraga.
Abgesehen davon findest du zahlreiche schöne und einsame Strände entlang der portugiesischen Küste.
Generell gilt: Halte dich von den touristischen Hotspots fern und du wirst selbst in der Hochsaison einen Strand finden, der nicht so stark besucht ist.
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Strände die nur mit dem Auto zu erreichen sind, meistens nicht so stark besucht sind. Und selbst an gut besuchten Stränden lohnt es sich einige 100 Meter entlang der Küste zu laufen, denn die meisten Touristen bleiben in Nähe der Strandbars.

