Convento dos Capuchos in Portugal: Das vergessene Kloster in Sintras Wäldern

Absolute Ruhe und Entspannung im UNESCO-Weltkulturerbe

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In den Wäldern der Serra de Sintra bei Lissabon haben wir einen Ort entdeckt, den kaum jemand kennt. Das verlassene Kloster Convento dos Capuchos liegt versteckt zwischen alten Korkbäumen und war an unserem Besuchstag im September praktisch menschenleer. Ein mystischer Lost Place in Portugal, an dem die Zeit stillzustehen scheint.

Portugal Convento dos Capuchos Panorama Hof

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Wir waren im September dort, nachdem wir am Vormittag den Palácio de Monserrate nahe Sintra besucht und eine Wanderung gemacht hatten. Das Wetter schlug an diesem Tag um und leichter Regen setzte ein, was uns jedoch nicht davon abhielt, das Kloster zu besuchen. Im Gegenteil, denn genau dieser Regen sorgte dafür, dass wir den Ort praktisch für uns alleine hatten.

Darum ist das Convento dos Capuchos für uns ein echter Geheimtipp

  • Fast keine Touristen: Während unseres gesamten Besuchs trafen wir nur vier andere Besucher, was in Sintra wirklich selten ist
  • Mystische Atmosphäre: Moos-überwachsene Klostergebäude, uralte Korkbäume und verlassene Steinbänke erschaffen eine einmalige Stimmung
  • Das Korkkloster: Die Verwendung von Kork zur Isolierung macht das Kloster einzigartig und gibt ihm seinen Spitznamen.
  • Perfekt zum Verweilen: Der Ort lädt dazu ein, sich mit einem Buch oder einer Picknickdecke hinzusetzen und die ruhige Kraft zu spüren. Die gesamte Klosteranlage strahlt eine absolute Ruhe aus.

Anreise: Wie wir zum Convento dos Capuchos kamen

Die Fahrt vom Palast dauerte etwa 20 Minuten durch die kurvenreichen Straßen der Serra de Sintra, wobei wir zwischendurch immer wieder schöne Ausblicke auf die bewaldeten Hügel hatten.

Als wir am Parkplatz ankamen, stand dort neben unserem Auto nur ein einziges weiteres Fahrzeug. Der kostenlose Parkplatz war also fast leer, was schon ein sehr gutes Zeichen war.

Kloster Convento dos Capuchos: Ein Ort, der eine ruhige Kraft ausstrahlt

Sobald wir das Klostergelände betraten, spürten wir diese besondere Atmosphäre. Es ist schwer zu beschreiben, aber der Ort strahlt eine mystische Ruhe aus, die einen sofort in ihren Bann zieht. Die alten Korkbäume, die das Kloster umgeben, waren besonders beeindruckend und faszinierten uns mit ihrer knorrigen Rinde und der Art, wie sie sich über die Wege neigten.

Portugal Convento dos Capuchos Steinkreuz

Portugal Convento dos Capuchos Sitzbaenke Stein

Das Convento dos Capuchos wurde 1560 gegründet und war ursprünglich ein Franziskanerkloster, in dem acht Mönche ein Leben in extremer Armut und Askese führten. Die Mönche lebten hier abgeschieden von der Welt und suchten spirituelle Erfüllung durch Verzicht, was man an jedem Detail der Anlage spüren kann.

Was das Kloster so besonders macht, ist die Verwendung von Kork. Die kleinen Zellen, die Kapelle und sogar die Türen sind mit Kork ausgekleidet, der zur Isolierung gegen Kälte und Feuchtigkeit diente. Dieser Kork wurde aus den umliegenden Wäldern gewonnen und verleiht dem Kloster seinen Spitznamen „Korkkloster“. Genau diese Korkverkleidungen waren für uns besonders faszinierend, denn wir haben dies noch an keinem anderen Ort gesehen.

Portugal Convento dos Capuchos Haus im Fels

Portugal Convento dos Capuchos Kloster Raum Korkdaemmung

Die Klostergebäude selbst sind mit Moos überwachsen und fügen sich nahtlos in die natürliche Umgebung ein. Überall stehen alte, verlassene Steinbänke, die zum Hinsetzen und Verweilen einladen. Wir sind in aller Ruhe von Gebäude zu Gebäude gelaufen, haben uns immer wieder hingesetzt und einfach die Natur und die Stille genossen.

Portugal Convento dos Capuchos Innenhof Brunnen Panorama

Absolute Ruhe: Ein Ort zum Verweilen und Genießen

Wir haben etwa vier Stunden im Convento dos Capuchos verbracht und hätten problemlos den ganzen Tag dort bleiben können. Der Ort lädt wirklich dazu ein, sich mit einer Picknickdecke oder einem guten Buch hinzusetzen und die ruhige Atmosphäre auf sich wirken zu lassen. Überall gibt es kleine Ecken und versteckte Plätze, an denen man sich niederlassen und die mystische Stimmung genießen kann.

Portugal Convento dos Capuchos Ziegeldach Kloster

Portugal Convento dos Capuchos Trinkbrunnen

Es gibt einen Rundweg durch das Klostergelände, der auch einen kleinen Abstecher entlang der beeindruckenden Korkbäume beinhaltet. Diese alten Bäume haben uns wirklich sehr gefallen, denn ihre knorrige Struktur und die Art, wie der Kork von ihnen geerntet wurde, erzählen von der jahrhundertealten Tradition der Korkgewinnung in dieser Region.

Portugal Convento dos Capuchos Wanderweg Kloster

Portugal Convento dos Capuchos Wanderweg Korkbaeume

Während unseres Besuchs begegneten wir nur vier anderen Touristen, was in Sintra wirklich außergewöhnlich ist.

Am Ende des Rundwegs befindet sich zudem ein großer Kräutergarten mit vielen Sitzmöglichkeiten und einer Toilette, sodass man dort perfekt picknicken kann. Also lohnt es sich einen Snack mitzunehmen.

Portugal Convento dos Capuchos Kraeutergarten

Portugal Convento dos Capuchos Kraeutergarten Sitzbank

Das Convento dos Capuchos kennen nur wenige Leute, und genau deshalb ist es für uns ein absoluter Geheimtipp für Sintra, da es mit der absoluten Ruhe den kompletten Gegenkontrast darstellt.

Die Geschichte des Klosters Convento dos Capuchos

König Philipp I. von Portugal besuchte das Kloster 1581 und sagte danach den berühmten Satz: „Von all meinen Königreichen gibt es zwei Orte, die mir besonders gefallen: El Escorial wegen seines Reichtums und das Convento de Santa Cruz wegen seiner Armut.“ Dieses Zitat beschreibt perfekt, was das Kloster so besonders macht, denn es ist das komplette Gegenteil der prächtigen Paläste, die Sintra sonst zu bieten hat.

Portugal Convento dos Capuchos Haus Ausgang

Portugal Convento dos Capuchos Haus Felsen Statue

Die acht winzigen Zellen, in denen die Mönche lebten, hatten niedrige Decken, sodass die Bewohner sich ständig bücken mussten, was als Zeichen der Demut gedacht war. Die Steinbetten waren hart und spartanisch, und es gab kaum Schutz vor der Kälte der Wintermonate. Nur der Kork bot etwas Isolierung und machte das Leben hier einigermaßen erträglich.

Portugal Convento dos Capuchos Klostergang Felsen

Portugal Convento dos Capuchos Kloster Haeuser

Das Kloster wurde 1834 schließlich aufgelöst, als alle religiösen Männerorden in Portugal verboten wurden. Danach verfiel die Anlage langsam, wurde jedoch 1949 vom portugiesischen Staat übernommen. Seit 1995 gehört das Convento dos Capuchos zum UNESCO-Weltkulturerbe als Teil der Kulturlandschaft von Sintra, und seit 2001 ist es wieder für Besucher geöffnet.

Praktische Tipps für deinen Besuch im Kloster

Wenn du das Convento dos Capuchos besuchen möchtest, solltest du etwa vier Stunden einplanen, wenn du die ruhige Atmosphäre wirklich genießen möchtest. Theoretisch ist ein Besuch auch in zwei Stunden möglich, aber dann hetzt du nur durch und verpasst die besondere Stimmung, die diesen Ort ausmacht.

Die aktuellen Eintrittspreise und Öffnungszeiten findest du auf der offiziellen Website von Parques de Sintra. Dort kannst du auch direkt ein Ticket online erwerben. Bei unserem Besuch hat der Eintritt 13€ gekostet.

Das Kloster ist täglich geöffnet, wobei die Zeiten je nach Saison variieren. Im Sommer ist es länger geöffnet als im Winter, also informiere dich vorher am besten auf der Website.

Die Anfahrt ist nur mit dem Auto wirklich praktisch, denn öffentliche Verkehrsmittel fahren nicht direkt zum Kloster. Theoretisch gibt es zwar den Bus 1253 von Sintra, der in Richtung Cabo da Roca fährt, allerdings musst du dann noch etwa 40 Minuten zu Fuß bis zum Kloster gehen.

Vom Zentrum Sintras sind es mit dem Auto etwa 16 Kilometer durch kurvenreiche Straßen, und vom Palácio de Monserrate brauchst du etwa 20 Minuten. Der Parkplatz direkt am Kloster ist kostenlos und bietet ausreichend Platz, wobei wir dort fast alleine waren.

Wenn du deinen Besuch im Convento dos Capuchos mit anderen Sehenswürdigkeiten kombinieren möchtest, bietet sich außerdem eine Tour an, die am Vormittag zum Palácio de Monserrate führt, danach eine kleine Wanderung in der Umgebung beinhaltet und dich abschließend zum Kloster führt.

Alternativ kannst du auch zuerst das Kloster besuchen und anschließend zum Cabo da Roca fahren, dem westlichsten Punkt Europas, zu dem wir ebenfalls einen ausführlichen Reiseführer geschrieben haben.

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Warum das Kloster Convento dos Capuchos so besonders ist

Das Convento dos Capuchos ist das komplette Gegenteil der prunkvollen Paläste, für die Sintra bekannt ist. Während der Palácio da Pena mit seinen bunten Farben und der Quinta da Regaleira mit ihrer spektakulären Architektur beeindrucken, fasziniert das Kloster durch seine Einfachheit und die Art, wie es sich in die Natur einfügt.

Für uns war es genau diese Einfachheit, die den Besuch so besonders machte. Es gibt keine prächtigen Säle, keine goldenen Verzierungen und keine spektakulären Aussichten. Stattdessen gibt es kleine, mit Kork ausgekleidete Räume, moos-überwachsene Steinmauern und alte Bäume, die seit Jahrhunderten hier stehen.

Die Atmosphäre war mystisch und ruhig, und wir konnten verstehen, warum die Mönche diesen Ort für ihre spirituelle Suche gewählt hatten. Die Abgeschiedenheit, die Stille und die Nähe zur Natur schaffen eine Umgebung, in der man wirklich zur Ruhe kommen kann.

Weitere Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Convento dos Capuchos

Wenn du nach deinem Besuch im Convento dos Capuchos noch Zeit hast und weitere versteckte Orte in der Serra de Sintra entdecken möchtest, lohnt sich ein Abstecher zum Santuário da Peninha.

Das Santuário da Peninha liegt auf etwa 500 Meter Höhe auf einem felsigen Berggipfel und bietet einen grandiosen Ausblick auf das Meer und die Küste am Cabo da Roca.

Die Anlage besteht aus einer barocken Kapelle aus dem Jahr 1710, einem kleinen Palast im romantischen Stil von 1918 und den Ruinen einer alten Einsiedelei. Der Palast wurde von António Augusto Carvalho Monteiro erbaut, demselben Mann, der auch die berühmte Quinta da Regaleira in Sintra erschuf. Er wollte eine kleinere Version des Palácio da Pena schaffen, wobei „Peninha“ im Portugiesischen „kleiner Felsen“ bedeutet.

Leider kann man die Kapelle und den Palast nicht von innen besichtigt werden, aber allein der spektakuläre Ausblick von den Terrassen macht den Besuch lohnenswert.

Die Anfahrt zum Santuário da Peninha ist ähnlich wie zum Convento dos Capuchos nur mit dem Auto praktisch machbar. Von Sintra fährst du über die N247 in Richtung Colares und folgst dann den Schildern nach Azóia und weiter zum Santuário. Die letzten Kilometer führen über eine schmale, kurvige Bergstraße, aber oben angekommen gibt es kostenlose Parkplätze. Der Eintritt ist frei.

Wenn du beide Orte an einem Tag besuchen möchtest, plane etwa zwei bis drei Stunden für das Convento dos Capuchos ein und zusätzlich etwa eine Stunde für das Santuário da Peninha. So hast du genug Zeit, die Ruhe und Aussicht an beiden Orten zu genießen, ohne hetzen zu müssen.

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